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BASTARD OPERATOR FROM HELL Teil 9 PDF Drucken E-Mail
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BASTARD OPERATOR FROM HELL

von Simon Gavaglia - frei übersetzt von Florian Schiel

Gefunden auf einem neuseeländischen FTP-Server zu einer Zeit,
als die meisten von euch noch nicht mal wußten,
daß man Komputer mit K schreibt.

Teil 9

Ich sitze wie üblich an meiner Konsole. Ein Benutzer ruft an.
"Hallo, Kontrollraum. Simon am Apparat. Wie kann ich Ihnen helfen?" sage ich.
"Ich komme nicht in meinen Account." nuschelt es am anderen Ende.
"Wie lautet bitte Ihr Username?" frage ich.
Er gibt mir seinen Usernamen. Ich schaue in seinen Account.
"Kein Problem, da war nur ein nicht-ausführbares login file. Ich hab's richtig gestellt. Jetzt sollten Sie ohne Probleme 'reinkommen."
"Danke."
"Kein Ursache. Schönen Tag noch!"
HÄÄHH?! fragen Sie sich jetzt. Ist der BASTARD OPERATOR FROM HELL endlich zum Guten bekehrt worden? Hat er aufgegeben?? REIF FÜR DIE KLAPSMÜHLE???
Naaah. Der BASTARD OPERATOR FROM HELL wird ab heute überwacht. Alle Aktionen im Mainframe werden automatisch protokolliert. UND WENN DAS PASSIERT werde ich normalerweise auch abgehört! Also muß ich hübsch brav sein, bis ich die Bugs entdeckt habe. Sollte nicht allzu lange dauern - vertrauen Sie mir!
Ah. Da haben wir schon eins. Im Telefonhörer, klar. Aber der Boss ist einer von der witzigen Sorte. Ich wette, da sind noch mehr. Ahja, ein anderer unter dem Telefon und ein dritter in meinem Keyboard. Zeit für eine kleine Kaffeeschlacht. Drei auf einmal.... hmmm. Ich bringe mal besser die ganze Kanne und warte auf Zeugen. Der System Manager kommt herein.
"Wo bleibt der Bericht, den ich gedruckt habe?" fragt er mit saurer Miene - er ärgert sich offensichtlich, daß ich mich am Telefon noch nicht ans Messer geliefert habe. Widersacher identifiziert! Wie der Direktor der "BASTARD OPERATOR SCHOOL" (ich!) immer zu sagen pflegt: "Es gibt kein Problem, das sich nicht lösen läßt, indem man die Benutzerprozesse killt, alle ihre Files löscht, ihre Accounts sperrt und ihre tatsächlichen Einnahmen dem Finanzamt zukommen läßt."
Ich ziehe den Ausdruck unter der Kaffeekanne hervor, die ich plaziert hatte, und die Kanne ergießt sich über Telephone und Keyboard. Aus irgendeinem Grund standen beide übereinandergestapelt in der Nähe.
"Uuuups!" sage ich.
Entsetzen malt sich auf meinem Gesicht. Sein Gesicht sagt mir, daß ich richtig lag.
"Glauben Sie ja nicht, daß Sie damit davonkommen, Simon" knurrt er und stampft hinaus.

Ich schalte den Ethernet Monitor ein und beobachte die Pakete, die aus seinen PC kommen.
Ah. Ein Memo geht an den Laser im Büro des Direktors. Inhalt: Beendigung meines Kontrakts, fristlos. Ich mache schnell ein paar notwendige Änderungen an dem File, solange es im Spooldirectory liegt, und lasse es dann an seine ursprüngliche Adresse weitergehen. Ich starte mein Programm 'endzeit', das -522 auf den PC knallt und der Mainframe macht sich in die Hose. Später beim Booten entferne ich das lästige Logging. Als nächstes gehe ich in den Kabelraum und stecke meinen Walkmankopfhörer in den freien RS232-Port aus dem Büro des Direktors. Es ist erstaunlich, wie leicht man bugs ausstreuen kann, wenn man weiß, wo die Datenleitungen laufen!
Direktor: "Sind Sie sicher?"
SysMgr: "ABSOLUT SICHER!"
Direktor: "Und Sie wollen es sich nicht nochmal überlegen?"
SysMgr: "AUF KEINEN FALL!"
Direktor: "Nun gut, ich werde es sofort an die Personalabteilung weiterfaxen..."
SysMgr: "HERVORRAGEND!"
Zwei Sekunden später kommt der Systemmanager herein. Er lächelt. Es sieht aus wie das Lächeln eines großen, satten Haifischs.
"Tja, ich werde Sie vermissen, Simon..." beginnt, noch ganz erfüllt, von der eben geleisteten Entscheidung.
"Oh?" sage ich zuckersüß und heuchele Neugier.
"Wohin gehen Sie denn?"
"Nein, Simon" sagt er genußvoll,
"Sie gehen:"
"Eine BEFÖRDERUNG!" sage ich.
"Sie haben endlich diesen Brief an den Direktor geschickt, daß er ein gottverdammtes Arschloch ist und daß Sie aufhören?"
"Nein..."
"Sind Sie sicher? Der ist aber viel besser als der über meine Entlassung..."
"W..."
Seine Pupillen weiten sich eine kleine Idee.
Es ist, als ob man ein Walross mit dem Sofakissen erschlagen würde. Er rast los, um das Fax zu stoppen. Nur, nachdem er gerade gekündigt hat, >klickediklackedi< funktioniert sein card key nicht mehr... Anfänger...
Das Telephon klingelt. Es ist derselbe wie vorhin.
"Ich komm' jetzt in meinen Account, aber ich hab' keinen Speicherplatz mehr auf der Platte..."
"Moment, ich schau, was ich tun kann."
>klickediklackedi<
rm -r *

 
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